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Ausstellung Religramme

Muslime beten viel

Jugendliche beschäftigen sich mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Religionen / Ausstellung „Religramme“ im Rathaus Vechta noch bis 15. September 2017

Vechta  - Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus oder Buddhismus, in allen großen Religionen gibt es verschiedene Richtungen, die sich voneinander unterscheiden. 36 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a und 9b der Ludgerus-Schule Vechta setzten sich am Montagmorgen mit dieser Religionsvielfalt auseinander. Gemeinsam mit ihren Lehrern Annemarie Borgmann und Felix Diersen besuchten sie die Ausstellung „Religramme – Gesichter der Religionen“ im Rathaus der Stadt Vechta. Unter der Leitung der Lehramtsstudentinnen Laura Collier und Annemarie Rolfes hatten sie die Aufgabe, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Religionsrichtungen zu erarbeiten. In der Ausstellung sind zwanzig Männer und Frauen aus Niedersachsen portraitiert, die in zwanzig unterschiedlichen Religionsgemeinschaften leben. „Jeder nimmt seine Religion anders wahr und baut sie in seinem Alltag ein“, so der erste Eindruck von Jakob Fortmann. Trotzdem würden alle ein ganz normales Leben führen. Sein Mitschüler Cedric Grave ergänzt noch: „Muslime beten viel“, eine Erkenntnis, die nicht gerade dem Bild des Islam entspricht, das über die Medien verbreitet wird. 

„Wir wollen mit dieser Ausstellung zeigen, dass es viele Menschen gibt, die religiös sind und friedlich miteinander leben“, erklärt Peter Havers, Pastoralreferent der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Vechta. Gemeinsam mit Christa Plagemann von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Vechta hat er die Ausstellung organisiert. Ein Jahr haben sie an der Vorbereitung gearbeitet. Insgesamt werden mindestens 42 Schulklassen und drei weitere außerschulische Gruppen die Ausstellung besuchen. „Wir präsentieren hier unterschiedliche Religionsgemeinschaften, die es zum Teil auch hier in Vechta gibt“, erklärt Christa Plagemann. „Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch über die Religionen kommen“, ergänzt sie. Kommunikation nehme Vorurteile und Ängste. 

Das Rathaus wurde ganz bewusst als Ausstellungsort gewählt. „Ein kirchlicher Raum hätte eine Hemmschwelle bedeutet“, erklärt Peter Havers. „Wir suchen bewusst den Kontakt zu Besuchern unterschiedlicher Religionen“. „Das Rathaus ist das Haus aller Bürger dieser Stadt“, betont Bürgermeister Helmut Gels, „und damit auch eine Plattform für religiösen Themen.“ „Religion und Politik schließen sich nicht aus“, sagt Havers, „Wir wollen mit dieser Ausstellung nicht für Religionen werben, sondern Demokratie fördern“, betont er. Das ist auch Ziel des Projektes „Partnerschaft für Demokratie (PfD)“, durch das die Ausstellung finanziell unterstützt wird. „Zur Demokratie gehört auch immer das Zusammenleben“, betont Vechtas Erster Stadtrat Josef Kleier und PfD-Projektleiter. „Das Leben, auch in Vechta, ist religiös vielfältiger geworden. Für das demokratische Miteinander ist das Wissen der kulturellen und religiösen Hintergründe von Bedeutung“, so Kleier weiter. 

Auch die Schülerinnen und Schüler der Ludgerus-Schule gehen mit neuen Eindrücken nach Hause. „Es war uns vorher nicht bewusst, dass es so viele Religionen gibt“, sind sich Laura Wolking, Janne Kühling, Lea Mählmann und Emma Kolhoff einig. Sie werden jetzt im Unterricht, ihre Erfahrungen weiter aufarbeiten. „Die Ausstellung macht mit jedem etwas, aber die Eindrücke müssen sich erst setzen“, weiß Christa Plagemann aus ihren Erfahrungen.

Die Ausstellung „Religramme“ ist noch bis zum 15. September 2017 im Foyer des Rathauses Vechta zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 8.00 – 17.00 Uhr und freitags von 8.00 – 13.00 Uhr. 

Das Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ (PfD) ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Mit dem Projekt, das von der Stadt Vechta getragen wird, sollen Aktivitäten für ein demokratisches Gemeinwesen entwickelt werden. Die Kreisvolkshochschule Vechta e. V. ist seit dem 1. April 2017 die Fach- und Koordinierungsstelle des Projektes. Die Stellwerk Zukunft gGmbH hat innerhalb dieser Kooperation die Aufgabe zur Initiierung und Begleitung eines Jugendforums übernommen. Mehr Informationen dazu gibt es auch unter www.pfd-vechta.de. 

Über 1000 Schülerinnen und Schüler besuchen die Ausstellung „Religramme“

Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt und der Partnerschaft für Demokratie regt Austausch über Religionen an

Vechta  - Vom 22. August bis zum 15. September 2017 war die Ausstellung „Religramme – Gesichter der Religionen“ im Rathaus der Stadt Vechta zu sehen. Nun ist die Wanderausstellung beendet und auf dem Weg in den nächsten Ort.  Doch selten hat eine Ausstellung in Vechta so viele bleibende Eindrücke hinterlassen. 43 Schulklassen der Jahrgänge 5 bis 10 mit über 1000 Schülerinnen und Schüler aus allen Schulformen haben die Ausstellung „Religramme“ in den vergangenen Tagen besucht. Hinzu kamen weitere Gruppen, darunter eine Gruppe geflüchteter Frauen, sowie unzählige Besucher des Rathauses, die mehr oder weniger zufällig auf die Ausstellung stießen. Die Ausstellung zeigte die Vielfältigkeit des religiösen Lebens in Niedersachsen anhand von zwanzig Personen unterschiedlichen Glaubens, die hier ihrer Religion ein Gesicht gaben. „Auch hier in Vechta gehören diese Religionen zu unserer Gesellschaft“, betont Peter Havers, Pastoralreferent der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Vechta. Er hat die Ausstellung gemeinsam mit Christa Plagemann von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Vechta organisiert. „Für manche war die Vielfalt vielleicht eine Überforderung, eine Herausforderung war sie allemal“, so das Fazit von Christa Plagemann. Aber sie sieht das Ziel erreicht. „Die Ausstellung „Religramme“ wollte Impulse geben“, so Plagemann. Die Besucher seien ins Gespräch gekommen über das Thema Religion und über die unterschiedlichen Kulturen. „Viele Schülerinnen und Schüler haben zum Abschluss ihr eigenes Religramm erstellt“, erzählt Christa Plagemann. Das Thema hätte aber gerade bei den jungen Besuchern auch viele Fragen aufgeworfen. Hier seien nun die Lehrer gefordert. „Die Ausstellung hat deutlich gemacht, dass ein Glaube von verschiedenen Menschen unterschiedlich gelebt wird“, erklärt Peter Havers und er ergänzt: „Es passieren in jeder Religion Dinge, mit denen man sich nicht identifizieren kann, man darf diese Religion aber deshalb nicht gleich verteufeln.“

Am Erfolg der Ausstellung waren auch einige Lehramtsstudentinnen beteiligt, die gemeinsam mit Peter Havers die Schüler je nach Alter und Schulform mit unterschiedlichen Konzepten an das Thema heranführten. „Für uns war es eine große Hilfe und die Studentinnen konnten wichtige Erfahrungen für ihren späteren Beruf sammeln“, fasst Havers zusammen. Sein Dank gilt auch Uwe Helmes und seinem Team vom Jugendforum, das tatkräftig beim Auf- und Abbau mit anpackte.

Auch wenn im Nachhinein alle Beteiligten ein sehr positives Fazit ziehen, wäre die Ausstellung fast an der finanziellen Hürde gescheitert. Finanzielle Unterstützung erhielten die Organisatoren schließlich durch das Projekt „Partnerschaft für Demokratie (PfD)“. „Die Ausstellung ist ein gutes Beispiel dafür, wie PfD funktioniert“, erklärt Vechtas Erster Stadtrat Josef Kleier und PfD-Projektleiter. Häufig haben Einzelpersonen, Vereine oder Gruppen gute Ideen, wie Demokratie in der Stadt Vechta gefördert werden kann, doch oft scheitert die Umsetzung am Geld. Wir unterstützen diese Projektideen mit finanziellen Mitteln aber auch mit fachlichem Knowhow. Das können zum Beispiel interreligiöse oder interkulturelle Themen sein, Projekte zur Stärkung der demokratischen Grundhaltung oder zur Abgrenzung gegen rechts“, erklärt Gabriela Pollmann. Sie ist die zuständige Ansprechpartnerin der PfD-Koordinierungsstelle bei der Kreisvolkshochschule Vechta e. V. Wer sich aktiv für mehr Demokratie engagieren möchte, kann sich mit Gabriela Pollmann unter Tel. 04442/93708-16 in Verbindung setzen.

So hat die Ausstellung noch eines deutlich gemacht: Wenn viele an einem Strang ziehen und sich gemeinsam für eine Sache engagieren, lassen sich erfolgreiche Projekte realisieren, von denen viele Menschen in der Stadt Vechta profitieren können. 

 

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