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Workshop Hip Hop

Deutschrapper „Drob Dynamic“ rappt mit Jugendlichen im Gulfhaus

Viertägiger Workshop soll kulturelle Barrieren überwinden helfen / Förderung durch das Projekt Partnerschaft für Demokratie der Stadt Vechta

Vechta  - Rhythmische Beats dröhnen aus den Lautsprechern im Gulfhaus Vechta. Rund 15 Jugendliche stehen im Kreis um die Deutschrapper „Drob Dynamic“ und „Borni“ und üben sich im sogenannten Freestyle Rappen. „Drob Dynamic“, der eigentlich Robert Andjelkovic heißt, gibt das Wort „Spiele“ vor und die Jungen versuchen, passende Reime zu finden und gleichzeitig im Beat zu bleiben. Gar nicht so einfach am Anfang. Doch der Rapper beruhigt: „Ihr könnt nichts falsch machen, wichtig ist, dass ihr euch traut, etwas zu sagen“, erklärt er. 

Vier Tage lang leiteten „Drob“ wie er von seinen Fans kurz genannt wird, und „Borni“, alias Adrian Bornmann, den Hip Hop Workshop im Gulfhaus. Die beiden Kursleiter sind aber nicht nur Rapper, sondern auch Sozialarbeiter bei „cultures interactive e. V.“, einem Verein für interkulturelle Bildung und Gewaltprävention in Berlin. Auch in Vechta hat der Verein eine Zweigstelle, die durch Sebastian Ramnitz geleitet wird.  Organisiert hatte die Veranstaltung Stadtjugendpfleger Tobias Hartmann in Zusammenarbeit mit Gerd Tholen, einem pädagogischen Mitarbeiter vom Haus der Jugend. Dank der Förderung durch das Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ der Stadt Vechta ist das bereits der zweite Workshop, der hier standfindet. Bereits in den Sommerferien hatten Mitarbeiter von „cultures interactive“ einen Graffiti-Workshop im Gulfhaus geleitet. „Wir versuchen Themen zu finden, die Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen und Kulturen ansprechen“, erklärt Hartmann. Da sei Hip Hop ideal. „Graffiti ebenso wie Rap sind Elemente der Hip Hop-Kultur“, erklärt „Borni“. 

Auch in dem Workshop im Gulfhaus ist der Rap das verbindende Element, denn die Jugendlichen sind zwar alle in Deutschland geboren, haben aber unterschiedliche kulturelle Hintergründe. So stammen ihre Eltern aus Rumänien, Russland, der Türkei, den Kurdengebieten, dem Irak, Syrien oder Libyen. Den Rappern ist es daher wichtig, auch etwas über die Entstehung der Hip Hop-Kultur als Teil der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung zu vermitteln. „Hip Hop war ein Mittel zur Konfliktlösung zwischen rivalisierenden Gangs“, erklärt „Drob“. Sein Ziel ist es, Denkprozesse anzuschieben und die Jugendlichen dazu zu bringen, die Texte, die sie hören, zu reflektieren und ihre eigene Ausdrucksweise zu überdenken. 

Was einen guten Rap ausmacht, zeigt er den Jugendlichen an dem Beispielwort ‚Schule‘. Zwei Kernfragen gilt es zu beantworten: Welche Wörter fallen euch zu Schule ein und was reimt sich darauf? „Ein guter Rap bedeutet nicht, Kraftausdrücke zu verwenden, sondern auf kreative Weise und auch mal mit einem Augenzwinkern die Themen anzusprechen, die einen bewegen“, erklärt er. „Drob Dynamic“ ist nach den ersten Tagen voll zufrieden mit dem Workshop. Nicht nur dass sich die Ausdrucksweise der Jugendlichen verbessert hat, sondern die Teilnehmer waren vom ersten bis zum letzten Tag mit vollem Einsatz dabei. Und das ist für ihn die beste Bestätigung. 

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