Der Einstieg ins Berufsleben verlief für Nikolaus Bak nicht gerade vielversprechend: Abgebrochene Ausbildung als Gießereimechaniker, Aushilfsjobs, Arbeitslosigkeit. Doch er hat das Ruder herumgerissen. Heute ist der 35-Jährige als selbständiger Malermeister in Lohne tätig. Die berufliche Wende kam, als er über seinen Berufsberater einen Platz in der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) an der Kreisvolkshochschule Vechta e. V. erhielt. „In der BvB-Maßnahme werden Jugendliche und junge Erwachsene, die ihre Schulpflicht bereits erfüllt haben und in Bezug von Arbeitslosengeld sind, auf das Berufsleben vorbereitet. Maßnahmenträger ist die Arbeitsagentur, Bildungsträger die Kreisvolkshochschule Vechta e. V., die hierbei mit dem Ludgerus-Werk Lohne e. V. zusammenarbeitet“, erläutert Bildungsbegleiterin Sandra Mix.
„Ich fand es damals sinnvoll und hatte etwas zu tun“, erinnert sich Nikolaus Bak. Im Rahmen der Bildungsmaßnahme absolvierte er verschiedene Praktika, um zu sehen, welcher Beruf zu ihm passt, so z. B. in der Pflege und als Lackierer. Bei der Firma Blömer in Dinklage blieb er schließlich, zuerst als Langzeitpraktikant und anschließend absolvierte er dort auch eine Ausbildung zum Maler und Lackierer. „Wie mir damals, ergeht es vielen Jugendlichen. Sie haben keine Idee, was sie beruflich machen wollen, oder sie haben eine Idee und wissen aber nicht, wie sie dorthin kommen“, erzählt Nikolaus Bak. Die Berufsbegleiter der BvB-Maßnahme nehmen die Jugendlichen an die Hand. „Wir sind Traumzerstörer und Ideengeber“, sagt Sandra Mix. Manche Jugendliche hätten einfach falsche Vorstellungen von ihren beruflichen Zielen und den Voraussetzungen, die sie dafür erfüllen müssten. Sie erinnert sich an einen Jugendlichen, der unbedingt Autoverkäufer werden wollte, aber nur Absagen erhielt, weil er die benötigten Qualifikationen nicht vorweisen konnte. Letztendlich habe es mit einer Ausbildung im Bereich Autoteileverkauf geklappt. „Es sind manchmal kleine Schritte, die einen ans Ziel führen“, weiß sie aus ihrer Erfahrung. „Wir empfehlen Jugendlichen, immer vorab ein Praktikum zu machen, um zu sehen, ob der Beruf und der Betrieb zu einem passen. Heute haben die jungen Menschen so viele Möglichkeiten sich beruflich auszuprobieren. Das sollten sie nutzen“, ergänzt Sandra Mix. „Die BvB-Maßnahme bietet einem dazu die Sicherheit eines Fangnetzes. Man wird immer wieder aufgefangen, wenn es nicht läuft“, betont Nikolaus Bak. Das bestätigt auch Sandra Mix: „Wir reflektieren mit den Jugendlichen, woran es gelegen hat und sprechen auch mit den Betrieben.“ In der Maßnahme geht es aber auch um das Umfeld, wobei Familie, Geld, Sprache, Traumata, Drogen und sogar häusliche Gewalt eine Rolle spielen. So lernen die oftmals noch Minderjährigen auch Grundkompetenzen wie Haushaltsführung, EDV-Grundlagen oder wie man einen Lebenslauf verfasst. Wer noch keinen Schulabschluss hat, kann ihn im Rahmen der Maßnahme nachholen.
„In der BvB-Maßnahme zeigen die Bildungsbegleiterinnen und -begleiter mögliche berufliche Wege auf, von denen man sonst noch gar nichts gewusst hat“, ergänzt Bak. So gebe es beispielsweise die Möglichkeit, auch ohne Abitur zu studieren, wenn man mehrere Jahre Berufstätigkeit nachweisen kann. Auch für Nikolaus Bak, ging der berufliche Weg nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer weiter. Er holte das Fachabitur nach und nahm ein Studium Farbtechnik und Raumgestaltung auf, um Berufsschullehrer zu werden, entschied sich dann aber, wieder zurück in den praktischen Beruf zu gehen. Er besuchte die Meisterschule in Hildesheim und war dann einige Jahre als angestellter Maler in Hannover tätig, bevor er sich schließlich selbständig machte.
Heute unterstützt Nikolaus Bak mit seinem Unternehmen die BvB-Maßnahme in Lohne und kooperiert eng mit Christian Lasner, der dort als Bildungsbegleiter für das Gewerk Maler zuständig ist. Auch Farben und Materialien spendet er immer wieder für die Jugendlichen und hat für den aktuellen Umbau Maschinen zur Verfügung gestellt. Einigen Praktikanten aus der BvB-Maßnahme hat er auch schon die Chance gegeben, in den Malerberuf hineinzuschnuppern. „Ich möchte so etwas zurückgeben. Die BvB-Maßnahme hat mich davor bewahrt, Unsinn zu machen und mir geholfen ‚den Hintern hochzukriegen‘. Es ist betreutes Laufen lernen im Beruf und im Leben allgemein“, fasst Nikolaus Bak zusammen.
Bildmaterial: Quelle KVHS/Böckermann
Der berufliche Werdegang von Nikolaus Bak ist eine Erfolgsgeschichte der BvB-Maßnahme. Zum Team der BvB-Maßnahme pflegt Nikolaus Bak auch heute noch ein freundschaftliches Verhältnis und unterstützt die Maßnahme wo immer er kann. Von links: Sandra Mix (Bildungsbegleiterin BvB-Maßnahme), Nikolaus Bak (Malermeister), Christian Lasner (Bildungsbegleiter BvB-Maßnahme, Gewerksleitung Maler)


