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Mathematik trifft Kunst

Ausstellung der Malerin Susanne Bollenhagen in der Kreisvolkshochschule eröffnet
Mathematik und Kunst – was im ersten Moment als Widerspruch anmutet, zeigt sich in den Bildern von Susanne Bollenhagen als eine Verbindung mit großem Gestaltungs- und Interpretationsspielraum. Ergebnisse ihrer Arbeit sind seit Mittwoch, dem 1. September 2010 im Bildungshaus der Kreisvolkshochschule in Vechta, Bahnhofstraße 1 in der Ausstellung „Schneefarn und Gänseblümchenchor“ zu sehen. Insgesamt werden 30 Arbeiten der Bremer Künstlerin gezeigt, die ihr künstlerisches Hauptthema Ornamentik in unterschiedlichen Facetten aufgreifen. Am Mittwochabend wurde die Ausstellung eröffnet.
Die Einführung hielt die Kulturwissenschaftlerin Angela Piplak, die den anwesenden Gästen die Arbeitsweise der Künstlerin und die zwei ausgestellten Arbeitszyklen erläuterte. Der eine Zyklus zeigt rechteckige querformatige Aquarelle und Ölbilder, die aus sogenannten Parkettierungen bestehen. „In der Mathematik versteht man darunter eine lückenlose und überlappungsfreie Überdeckung einer Ebene durch Polygone, also Vielecke“, erklärt Angela Piplak. Susanne Bollenhagen überträgt diese Raster und Netzgitter als Grundgerüste auf Papier und Leinwand. „Ich versuche dann herauszufinden, was in den Mustern drin ist“, erläutert die Künstlerin ihre Vorgehensweise. Dabei gelte es, die Dynamik der Parkettierung zu erhalten und jeden Bereich des Bildes gleich zu behandeln. Durch Farbwahl und Hinzufügen weiterer Elemente entstehen orientalisch anmutende Ornamente, florale Muster oder auch nicht so traditionelle Motive, wie ineinandergreifende Hände oder Gegenstände des modernen Alltagsbezugs. Der zweite Zyklus zeigt auf quadratischem Untergrund, Aquarelle mit kreisförmigen Mandalas. „Das Ornament entwickelt sich hier vom Zentrum des Bildes aus“, beschreibt Angela Piplak den Unterschied zu den Parkettierungen. „Durch Einbeziehung der Ecken ergibt sich eine potentiell endlose Erweiterung des Motivs“. Dies ist ein Punkt, der sich in beiden Arbeitszyklen von Susanne Bollenhagen wiederfindet. Die Bilder zeigen immer nur einen Ausschnitt eines gedachten erweiterten Bildraums, der die Gleichmäßigkeit und Synchronität des Musters erst verdeutlichen kann. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Oktober 2010 in der Kreisvolkshochschule in Vechta während der Öffnungszeiten Mo. – Do. von 8.00 – 20.00 Uhr und Fr. von 8.00 – 18.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.
(Bildquelle: KVHS-Vechta e. V.)
Bildmaterial:Von links: Susanne Bollenhagen, Sabina Hagl (Pädagogische Leiterin der Kreisvolkshochschule Vechta e. V.), Angela Piplak (Kulturwissenschaftlerin) vor dem Bild „Fangnetz für Libellen“